Testverfahren


Im folgenden sind die unterschiedlichen Testverfahren, die je nach Fragestellung eingesetzt werden können, kurz dargestellt.

Intelligenztests


HAWIWA III (Hannover-Wechsler-Intelligenztest für das Vorschulalter)
Dieser gebräuchliche Intelligenztest misst die geistigen Fähigkeiten bzw. die allgemeinen intellektuellen Kapazitäten von Kindern. Der Test wurde für zwei Altersbereiche (2;6 bis 3;11 und 4;0 bis 6;11) mit unterschiedlichen Untertestzusammensetzungen entwickelt. Der Test besteht aus zwei Teilen: einem sprachgebundenen Verbalteil und einem sprachfreien Handlungsteil. Die Einschätzung der Leistung eines Kindes in den jeweiligen Untertests sowie seiner Gesamtleistung beruht auf den Vergleich mit seiner Altersgruppe, deren Leistungsniveau aufgrund weitreichender Untersuchungen in Normtabellen wiedergegeben ist.

HAWIK IV bzw. WISC IV (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder IV, 2007)

Dieser gebräuchliche Test misst die geistigen Fähigkeiten bzw. die allgemeinen intellektuellen Kapazitäten von Kindern der Altersgruppe von 6-16,11 Jahren. Der Test besteht aus zwei Teilen: einem sprachgebundenen Verbalteil und einem sprachfrei
en Handlungsteil. Die Einschätzung der Leistung eines Kindes in den jeweiligen Unterstests sowie seiner Gesamtleistung beruht auf den Vergleich mit seiner Altersgruppe, deren Leistungsniveau aufgrund weitreichender Untersuchungen in Normtabellen wiedergegeben ist. Grundsätzlich wird die Überlegung angestellt, dass ein Kind zwar zufällig „schlechte“ Leistungen zeigen kann, wenn Rahmenbedingungen, Tagesform oder ähnliches seine Leistungsform mindern, jedoch bei korrekter Testdurchführung nur schwerlich gute Leistungen weit über seinem Leistungsniveau erzielen kann. Ein Testergebnis ist jedoch nur ca. ein Jahr gültig. Die schnelle Intelligenzentwicklung eines Kindes lässt eine gesicherte Aussage dann nicht mehr zu. Der wesentliche Wert der Testung liegt nicht nur im Gesamt- IQ-Wert, sondern auch in dem erstellten Leistungs-und Begabungsprofil. Dieses wird ergänzt durch die Interaktions-und Verhaltensbeobachtung der Testleiterin, die Informationen von hoher diagnostischer Relevanz liefern können.
CPM (Coloured Progressive Matrices)
Die Coloured Progressive Matrices (CPM) wurden zur sprachfreien Erfassung des allgemeinen Intelligenzpotentials entwickelt. Er misst die wichtigsten kognitiven Prozesse, die Kinder unter 11 Jahren im Allgemeinen beherrschen.

I-S-T 2000 R (2007)

Der I-S-T 2000 R ist ein vielseitig einsetzbarer, ökonomischer Intelligenztest und ist durch aktuelle Normdaten und Untersuchungen zu den Gütekriterien ergänzt worden. Der Einsatzbereich ist für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene.
Es besteht die Möglichkeit einen separat auswertbaren Wissenstest einzusetzen. Gegenüber dem ursprünglichen I-S-T 70 bleiben weiterhin sechs der ursprünglich neun Aufgabengruppen in überarbeiteter Form erhalten (Satzergänzung, Analogien, Gemeinsamkeiten, Zahlenreihen, Figurenauswahl und Würfelaufgaben), die durch drei Aufgabengruppen (Rechenaufgaben ohne verbalen Anteil, Vorzeichenaufgaben und Matrizenaufgaben) sowie einen Test zum Allgemeinwissen ergänzt wurden. Der I-S-T 2000 R ist auch in der 2. Auflage modular aufgebaut, d.h. bestimmte Komponenten können in Abhängigkeit von inhaltlichen und ökonomischen Anforderungen hinzugenommen oder weggelassen werden. Im Rahmen des neuen, theoretisch fundierten und empirisch begründeten Strukturkonzepts können mit dem I-S-T 2000 R folgende 11 Fähigkeiten erfasst werden: verbale Intelligenz, figural-räumliche Intelligenz, rechnerische Intelligenz, figurale Merkfähigkeit, schlussfolgerndes Denken, verbales Wissen, figural-bildhaftes Wissen, numerisches Wissen und Wissen (Gesamt) sowie fluide und kristallisierte Intelligenz.


Klinische Tests


Stressverarbeitungsfragebogen von Janke und Erdmann angepasst für Kinder und Jugendliche (SVF-KJ)
Neun Subtests erfassen Aspekte der Stressverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen zwischen acht und dreizehn Jahren. Es wird zwischen stressreduzierenden und stressvermehrenden Strategien unterschieden, die jeweils durch vier Items repräsentiert werden. Die Items werden in Bezug auf eine fiktive soziale und schulische Belastungsreaktion erfragt. Insgesamt ergeben sich dadurch 72 Items.

Folgende stressreduzierende Strategien werden erhoben:

Bagatellisierung, Ablenkung/Erholung, Situationskontrolle, positive Selbstinstruktion soziales Unterstützungsbedürfnis. Als stressvermehrende Strategien werden erfasst:
Passive Vermeidung, gedankliche Weiterbeschäftigung, Resignation, Aggression.

Die neun Subtests lassen sich zu drei Sekundärtests verdichten und können folgendermaßen interpretiert werden:

Emotionsregulierende Bewältigung, problemlösende Bewältigung, negative Stressverarbeitung. Die Stressverarbeitungstendenzen können situationsspezifisch oder situationsübergreifend bestimmt werden.
 

Attributionsstil-Fragebogen für Kinder und Jugendliche (ASF-KJ) Definition:
Menschen haben das Bedürfnis, Phänomene, wie Erfolg und Misserfolg nicht nur zu registrieren, sondern diese auf bestimmte Bedingungen bzw. Ursachen zurückzuführen,
d. h. zu attribuieren. Kausalattribuierungen haben einen Einfluss auf das Verhalten und Handeln von Menschen. Erfolgsmotivierte Kinder und Jugendliche schreiben die Ursachen von Erfolg sich meist selbst zu, misserfolgsorientierte schreiben Erfolge eher äußeren Faktoren zu, z. B. Glück oder Zufall. Haben sie Misserfolg, attribuieren sie dagegen auf innere Faktoren, z. B. mangelnde Fähigkeit oder Begabung. Dies kann zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führen.

Das Verfahren:

Der ASF-KJ ist ein Selbsteinschätzungsfragebogen zur Erfassung des Attributionsstils. Es werden je acht positive und negative Ereignisse vorgelegt; für jedes Ereignis soll zunächst die Hauptursache benannt und diese anschließend hinsichtlich ihrer Lokation bzw. Internalität (internal vs. external), Stabilität und Globalität eingeschätzt werden. Getrennt für positive und negative Ereignisse werden drei Kennwerte- für Internalität, Stabilität und Globalität der Attribution- ermittelt.

Der Einsatzbereich ist für Kinder und Jugendliche von acht bis sechszehn Jahren. Er findet Verwendung als Einzeltest bei Vorliegen einer Depression, bei Selbstwert-, Motivations-, Konzentrations- und Leistungsdefiziten.

Leistungstests


Diagnostischer Rechtschreibtest (DRT)
Dieses Verfahren gibt es für 1. Klassen bis 6/7. Klassen. Neben der quantitativen Auswertung ist auch eine zuverlässige Bestimmung der Fehlerschwerpunkte des Kindes möglich.

Zürcher Lesetest (ZLT) 6. Auflage mit neuer deutscher Rechtschreibung

Der ZLT ermöglicht eine Prozentrang-Einstufung in Bezug auf Leseflüssigkeit, sowie eine qualitativ-prozessuale Analyse des Leseverhaltens. Der Test ist für zweite bis sechste Klasse einsetzbar.

Heidelberger Rechentest (HRT 1-4)

Der HRT 1-4 ist zur Erfassung mathematischer Grundlagenkenntnisse und einer mathematischen Hochbegabung. Anhand der Testprofile ergeben sich Hinweise auf Förderbedarf und gezielte Interventionsmaßnahmen. Die Messinhalte sind weitgehend sprach- und lehrplanunabhängig.

Der HRT 1-4 gibt ein differenzierten und zuverlässigen Überblick über die Beherrschung mathematischer Grundlagen, die eine notwendige Voraussetzung für den Erwerb mathematischen Wissens und komplexerer mathematischer Fertigkeiten darstellen.

Testreihe zur Prüfung der Konzentrationsfähigkeit (TPK) 2., neu bearbeitete Auflage

Aufmerksamkeit und Konzentration gelten als eine allgemeine Voraussetzung nicht nur für schulische, sondern auch für viele andere Leistungen und sie ermöglichen auf der Basis von Bedürfnissen und Interessen, Einstellungen und Motiven die Ausschöpfung des vorhandenen individuellen Leistungspotentials.
Drei Untertests ermöglichen die Erfassung von Leistungsmenge, Leistungsgüte und Stabilität. Der Test ist für Schüler der Klasse zwei bis sechs geeignet.

Test d2 Aufmerksamkeits-Belastungstest 9., überarbeitete und neu normierte Auflage

Der d2 misst Tempo und Sorgfalt des Arbeitsverhaltens bei der Unterscheidung ähnlicher visueller Reize und ermöglicht damit die Beurteilung individueller Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen. Der Test ist ab dem 9. Lebensjahr einsetzbar.

Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation (SELLMO)

Über die Skalen
Zielpräferenzen nehmen eine entscheidende, erklärende Rolle für Lern- und Leistungsunterschiede ein. Zur Klärung der Motivation sind hier die zentralen Fragen:

Was ist der Person wichtig? Wonach strebt die Person?

Personen unterscheiden sich systematisch, wie sehr sie bestrebt sind, eigene Kompetenzen zu erweitern. Diese Dimension der Zielorientierung wird als Lernziele bezeichnet.
Eine weitere Dimension sind die Leistungsziele, hier steht nicht der Lernprozess im Vordergrund, sondern wie sehr Personen bemüht sind ihr Wissen und Können zu zeigen
( Annäherungs-Leistungsziele) bzw. ihr mangelndes Wissen und Können zu verbergen (Vermeidungs-Leistungsziele).
Wenn weder Lern- noch Leistungsanreize bestehen spricht man von Arbeitsvermeidung.

Diese vier Skalen ermöglichen eine valide und reliable Erfassung von Zielen in Lern- und Leistungskontexten bei Schülern und Schülerinnen sowie Studierenden.

Der Anstrengungsvermeidungstest (AVT) 3. überarbeitete Auflage

Beim Konstrukt der Anstrengungsvermeidung handelt es sich um die Tendenz, sich den mit dem Leistungseinsatz in bestimmten Tätigkeitsfeldern verbundenen, emotional negativ erlebten Anstrengungen durch den aktiven Einsatz geeigneter Vermeidungsstrategien zu entziehen.

Erfasst: Der Test ist geeignet für die Klassenstufen fünf bis neun.